Infos

Sie befinden sich aktuell in den Eulen Blog (°v°) Blog-Archiven für den folgenden Tag 1.4.2008.

Calendar
April 2008
M D M D F S S
« Mrz   Mai »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930  

Archive für 1.4.2008

Der Vogelfänger

Nachdem der Start mit dem Bonmots - obwohl ja heute der 1. April ist - gut geklappt hat, gibt es nun den 1. Teil einer Geschichte, die vor einigen Jahren aufgrund eines besonderen Anlasses entstanden ist.
Und nun - die Geschichte:
Einst blickte ein buntschillender Kolibri von redlichem Ansinnen auf all die Vögel, die seine Welt ausmachten und die ihn umgaben. Dieser Anblick machte ihn nicht besonders glücklich, saßen doch ganz offensichtlich alle in Käfigen.
Der Kolibri war voll der Überzeugung, daß es dem Wesen eines Vogels widersprach, in einem Käfig sein Dasein zu fristen, mußte ein Vogel doch frei seine Schwingen durch die Lüfte rauschen lassen, um wirklich Vogel zu sein.
Nachdem er dies für sich schon lange begriffen hatte und munter von einer Blume zur nächsten flatterte und leicht beschwingt deren Nektar kostete, beschloss er, auch die anderen Vögel aus den Käfigen zu befreien und dieses Glück allen zugänglich zu machen. Die Sache schien ganz leicht und klar und mit einfachen Mitteln getan zu sein. Er mußte lediglich die Käfigtüren öffnen und den Vögeln erklären, dass sie frei wären.
Im ersten Käfig, zu dem er kam, saß ein Huhn. Der Kolibri öffnete dessen Käfigtür und erklärte ihm, daß es nun den Käfig verlassen könne. Das Huhn gackerte ganz verdutzt und wußte nicht recht, wie ihm geschah. Irgendwie wußte es nicht, ob es aus dem Käfig raus sollte.
“Und bin ich denn da draußen auch vor dem Fuchs sicher ?” fragte es den Kolibri eingeschüchtert.
Der Kolibri antwortete ganz verblüfft: “Nein, das bist du zwar nicht, dafür steht es dir frei, zu tun, was dir gefällt.”
Das Huhn schüttelte den Kopf und meinte, daß ihm das viel zu gefährlich wäre, konnte es doch auch gar nicht vernünftig fliegen. Zwar hätte es schon Lust, wieder einmal in einr richtigen WIese rumzuhüpfen, aber der nächtliche Schutz vor dem Fuchs war überlebensnotwendig.
Es bat den Kolibri, die Käfigtüre wieder zu schließen. Natürlich wäre es dadurch wieder eingesperrt, dafür aber nach außen hin geschützt.
Der Kolibri war über das Ansinnen des Huhns völlig fassungslos, wollte jedoch nicht so einfach aufgeben. Er erzählte ihm von Freilandhühnern, die den ganzen Tag Würmer aus der Erde ziehen, Körner picken und in echter Erde scharren. em Huhn, das in seiner Legebatterie gewohnt war, tagaus tagein brav Eier zu produzieren, gefiel diese Vorstellung zwar, jedoch brauchte es auch seinen Schutz. Nachdem sie eine Weile über diese Angelegenheit gesprochen hatten, versprach der Kolibri dem Huhn, ein kleines Zäunchen um die IWese aufzustellen und es jeden Abend über die Nacht in seinem Stall einzusperren. Das huhne freute sich darüber sehr, doch der Kolibri wußte, daß er von nun an auch für das Huhn sorgen mußte und dies der Preis war, den er für die Freiheitserweiterung des Huhns zahlen mußte.
Im zweiten Käfig, der dem Kolibri begegnete, saß ein Vogel Strauß. Der Kolibri öffnete die Käfigtür und sagte dem Vogel Strauß,daß er nun davon fliegen könne.
Der Vogel Strauß schüttelte den Kopf und erklärte dem Kolibri, daß er gar nicht fliegen könne, weil dies gar nicht in seiner Natur läge. Jedoch…..

Morgen gibt es den nächsten Teil, sonst wird es zu lange.
Ihr könnt Euch aber mal ausdenken -oder Eure Kinder-, wem der Kolibri noch aller begegnet und was dann passiert….

Märchentante für Erwachsene & Kinder
Sylvia Hluchovsky

Bonmots

Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.

Arthur Schopenhauer
deutscher Philosoph

28.03.2008

Sylvia Hluchovsky
Beistand

|