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Archive für 4.4.2008

Find The Secret Owl…

… On The Dollar Bill

Eulen bei Falken????

Matz Up

Gruß Eule

Vorstand

Der Vogelfänger - Teil 4 Das Ende - Das Ende ?

… Weit um ihn spannte sich ein riesiger Käfig, so groß und so weit, dass dessen Gitterstäbe nur blass in der Ferne sichtbar waren.
Der Kolibri begriff sofort, daß dies sein eigener Käfig und seine eigenen Befangenheit waren. Der Adler merkte, worauf der Kolibri ihn hingewiesen hat und meinte:
“Der Papagei war der einzige von den dreien, der sich nicht mit Halbherzigkeiten begnügen wollte und genau erkannte, daß er lediglich Käfig gegen Käfig tauschen würde, der vermeintliche Vogelbefreier letzendlich ein Vogelfänger ist. Du meinst vielleicht, er hätte unreflektiert deine Worte wiederholt, jedoch hat er dir lediglich die gleiche Freiheit angeboten, die du ihm angeboten hast, nämlich von deinem Käfig in seinen zu kommen. Dein Käfig mag ja vielleicht größer und weiter sein und mehr Raum beinhalten, letzendlich bleibt er aber ein Käfig.”
Der Kolibri sank bedrückt in sich zusammen und war ratlos und verwirrt.
Der Adler sprach weiter: ” Wie kommt es überhaupt, daß du nur die Vögel in den Käfigen um dich siehst und mich, den König der Lüfte, überhaupt nicht kanntest? Mit deinen bestimmt aufrichtig gemeinten Ambitionen, wirst du sicherlich viele Hühner glücklich machen können und sie von Legebatterien befreien und zu Freilandhühnern machen.
Nur, sag, kennst du diejenige Freiheit, die du ihnen schenken möchtest eigentlich selber ?”
Der Kolibri wusste keine Antwort auf diese Frage und meinte: ” Gibt es denn noch andere Vögel wie dich, die das wirkliche Vogeldasein leben und frei durch die Lüfte fliegen, ohne sich mit Gitterstäben aufzuhalten ?”
Der Adler nickt und meinte: “Es gibt mehr davon, als du vielleicht denkst.”
“Aber warum kenne ich kaum welche, wenn es sie gibt ? Und wer und wo sind diese Vögel ?” fragte der Kolibri.
“Nur weil du sie bisher noch nicht kennen gelernt hast, bedeutet das nicht, daß es sie nicht gibt. Genauso wenig, wie man Geschichten erzählen kann, die man nie gehört hat. Und denkst du denn wirklich, dass freie Vögel freiwillig in deinen Käfig zu Besuch kommen ? Außer uns Adlern gibt es noch die Krähen, die sich scharenweise im Herbst von Wirbelsäulen durch die Luft tragen lassen. Die Menschen mögen die Krähen nicht besonders gerne, weil diese ihnen ins Auge blicken und das in ihnen Unbehagen erzeugt. Sie spüren ganz deutlich die Klugheit dieser Tiere und ihre Fähigkeit, Dinge zu durchschauen. Dann gibt es da noch die Möwen, die stundenlang über das Wasser gleiten und der Brandung lauschen. Ab und zu holen sie sich einen Fisch aus dem Wasser und erholen sich kurz auf einem Felsen, um wiederum stundenlang über das Wasser , das bis zum Horizont fließt, zu gleiten.
Das waren nur einige Beispiele von den Vögeln, die du vielleicht noch gar nicht kennst.”
Als der Adler über die Möwen und das viele Wasser berichtete, bekam der Kolibri ein freudiges Strahlen in seinem Gesicht. Er mochte das Wasser auch sehr gerne, allerdings kannte er nur den Bach in dessen Steihängen seine Bruthöhle lag.
Er dachte ein Weilchen über die Erzählungen des Adlers nach und meinte dann:
“Eigentlich wollte ich den anderen Vögeln in den Käfigen nur helfen und sie freier machen und irgendwie will ich das noch immer. Aber nun, da ich weiß, daß ich selber in einem Käfig sitze, könnte ich doch zumindest von dir und den Krähen und den Möwen berichten !
Das könnte doch auch etwas bewirken !”
Der Adler blickte den Kolibri aufmerksam an und fragte: ” Denkst du denn wirklich, du könntest aus Hühnern Adler machen ? Und bist du dir überhaupt sicher, ein Kolibri zu sein ?”
Der Kolibri schüttelte traurig den Kopf und dachte an die Möwen, die fast lautlos über das Wasser dem Horizont entgegen glitten.
Da kam ihm ein überraschender Gedanke und so fragte er den Adler:” Aber, wenn es stimmt, was du sagst, was machst du dann eigentlich hier ? Und wie willst du wieder aus meinem Käfig heraus kommen ?”
Der Adler lächelte und meinte: ” Nun sieh mir genau zu und wenn du eines Tages das Bedürfnis verspürst, mach es mir nach. Die Freiheit, die du anderen schenken wolltest kann im Grunde jeder nur sich selber schenken.”
Nach diesen Worten erhob sich der Adler mit mächtigen Flügelschlägen in die Lüfte und brachte dabei das Laub des Baumes zum Rauschen wie ein heftiger Windstoß. Und mit seinen breiten Schwingen flog er einfach durch die Gitterstäbe hindurch, als ob es sie gar nicht gäbe, sie einfach nicht da wären.
Der Kolibri blickte dem Adler lange nach, auch noch, als er schon längst nicht mehr zu sehen war. Und er dachte an dei Möwen am Wasser, und ob er wirklich ein Kolibri war, oder vielleicht was ganz anderes und ob er den Papagei in seinem Käfig besuchen sollte und vielleicht irgendwann einmal die Möwen am Meer.

ein Kolibri

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