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Der wunde Punkt
Es ist nicht 5 vor 12, es ist schon halb eins. Und zwar schon lange.
Eine erfundene Geschichte - oder auch nicht.
Jüngst ruft eine Dame an und möchte gerne eine Beratung, weil ihr *all die Dinge* wichtig sind. All die Dinge ? Ein Termin wird vereinbart, es geht um eine radiästhetische Untersuchung des Kinderzimmers. Es sind keine Besonderheiten auszumuten, ein schwach abladender Punkt in besagtem Zimmer, nix Dramatisches. In einem anderen Zimmer gibt es einen recht heftigen Blitzpunkt, in so einer Art Durchgangszimmer; die Mutter des Hauses möchte dort den Flügel platzieren, wie überhaupt einige Einrichtungsideen besprochen werden. Irgendwie geht die Angst um, denn die Eltern der Wohnungsinhaberin sind relativ früh an Krebs gestorben und wie sich bei einer nachträglich radiästhetischen Untersuchung herausgestellt hatte, schliefen diese auf einer Störzone.
Ich halte solche Rückwärtsdeutungen für höchst bedenklich , denn man kann nicht wissen, ob das tatsächlich der Auslöser für die Krankheit war.
Nach drei Stunden verabschiedet man sich und verspricht in Kontakt zu bleiben.
Eine Woche später ein nochmaliger Anruf von besagter Dame; ein weiterer Radiästhet war bei ihr - sie hatte ihn schon vorher kontaktiert gehabt und wollte aus Gründen der Höflichkeit nicht absagen. Dieser hat im Großen und Ganzen genau die gleichen Punkte gefunden, aber dem abladenden Punkt derartig viel angsteinflössende Bedeutung zugemessen, dass er meinte, die Kinder müssen aus dem Zimmer raus und hat sie just in das (Durchgangs) Zimmer verlegen wollen, wo der Flügel hinsoll.
Und als Draufgabe hätte er das Kinderbett genau auf dem Blitzpunkt platziert.
Auf die Frage, ob dem anderen Radiästhet denn den Blitzpunkt nicht aufgefallen ist, gab dieser zur Antwort, dass er gar nicht weiß, was das sei. Aha.
Die Kinder in einem Durchgangszimmer neben der Küche unterzubringen - na, ich weiß nicht.
Für mich ist in all diesen Systemen immer ein übergeordneter Mechanismus da, der sich einem entzieht und auf den wir auch keinen Einfluß zu haben scheinen. Welche Punkte gibt es denn vielleicht noch, die halt für niemanden erfassbar sind ?
Und ist das überhaupt der Punkt ?
Schon, aber aus meiner Sicht nicht nur. Es nützt ja nichts, der Störzone einfach auszuweichen, wenn das Thema, das diese anziegen möchte, als Abbild quasi, nicht erfasst und gelöst wird. Denn diese Störung kommt dann eben auf einer anderen Ebene auf einen zu.
War doch letztens im Radio eine Sendung, in der ein Hausbesitzer erzählt hat, dass die Störzonen im Wohnraum mit ihm mitwandern, zeitversetzt zwar, aber sie tun es.
Die Störung will immer was anzeigen, - was auch immer, aber sie will ganz sicher nicht anzeigen, dass man vor ihr davonlaufen soll. Sie möchte, dass wir hinschauen auf ihre Botschaft, sie möchte lösen und uns nicht auflösen.
Man möchte gerne die Kräfte lenken, das funktioniert meiner Erfahrung nach auch, aber wohin geht dieses Schiff Eigentlich ? Eine Freundin hat erzählt, dass ein namhafter Geomant, der aus Slowenien stammt, sich diese Frage mittlerweile auch stellt. Brauchen wir das alles überhaupt noch in dieser Form oder hat sich das alles längst gewandelt und wir haben vergessen uns mitzuwandeln ?
Es ist vermutlich schon halb eins, aber wir glauben immer noch, dass es 5 vor 12 ist.
3 Antworten auf “Der wunde Punkt”
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15.7.2010 bei 18:14
Ich glaube, mit dem berühmten slowenischen Geomanten, hab ich mal zusammen eine Tasse Tee getrunken.
Wie dem auch sei.
Wenn die “Anomalie” eine klassische Erdstörung ist, ist sie eigentlich einfach nur da. Was wir mit ihr machen, wie wir sie nutzen oder meiden ist individuell verschieden.
Ist die Anomalie vom Bewohner oder noch besser vom Geomanten generiert, will sie uns gewiss etwas sagen.
Eine Mutung ist ja erst einmal eine “Zustandsbeschreibung”. Gucken was da ist.
Der Umgang mit dieser Diagnose ist die eigentliche Kunst des Geomanten.
Ich finde deinen Ansatz ganz spannend. Ich weiß nur nicht wie ich ihn einbinden soll.
Grüße
16.7.2010 bei 11:21
Ich versuch grad mit dem E- Blog auf Urlaub zu gehen, was aber gar nicht einfach ist. Jetzt bekomm ich mehr mails als zuvor und hab im Hintergrund die doppelte Arbeit
*Einzelbetreuung i.S.v. jetzt kann ich jeden einzeln unterhalten. *kicher*
zu deinem Kommi: Ja, es gilt das Thema zu lösen, was mit der Störung in Resonanz ist.
Nicht ganz einfach, aber es tritt große Erleichterung ein, wenn es klar angesprochen wird.
16.7.2010 bei 16:43
es hat ein wenig gedauert bei mir, bis der cent fiel.
mit e- blog meist du eulenblog !!!
wie schön. °°v°°
ich behandel deine wortbeiträge somit wunschgemäß als postkarten. der blog hat ja für die restwelt eh postkartencharakter.
°v^